Endstation Bangkok
Ich verlasse Krabi im Bus der mich nach Bangkok bringt. Hier leben ueber sieben Millionen Menschen, rechnet man die Aussenbezirke mit sind es ueber zwoelf Millionen. Hier redet man nicht uebers Wetter, denn das ist immer gleich, entweder die Sonne brasselt und es ist verdammt schwuel oder es ist Monsunzeit und es regnet wohl meistens. Aber momentan ist kein Monsun und man gewoehnt sich daran das man immer schwitzt. Man redet also nicht grossartig uebers Wetter, der Verkehr ist viel interessanter. Bangkok hat ein chaotisches Transportsystem. Hier im Nordwesten der City faehrt kein Skytrain oder die Metro, nur ein paar Busse. An den Haltestellen findet man auch keine Fahrplaene oder Informationen wo die Busse hinfahren, nur die Nummern der Busse. Will man also in andere Stadtbezirke fahren wird das schon ein kleines Abenteuer. Man hat natuerlich auch die Moeglichkeit mit dem Taxi oder "Tuk-Tuk" zu fahren. Letzteres sind dreiraedrige Motorroller mit einer Sitzbank drauf und wird einem Farang alle fuenf Meter angeboten, neben "Massaaaaaage" und sonstigen Dienstleistungen. Oft wird man mit "Hello Mister" freundlich begruesst, am Anfang ist ein kleines Gespraech noch ganz nett aber es sind immer die selben Fragen, woher man kaeme, wohin man wolle, was man wolle, andauernd muss einem was verkauft oder angeboten werden. Schon die Tatsache das man Farang ist setzt vorraus das man eine Menge Geld haben muss, dass man unbedingt loswerden will.
Wundervolle Tempel findet man ueberall in der Stadt, die meisten Buddhistisch, wirken als ruhige Oasen, waehrend aussen die Grossstadt tobt. Desto weiter ich von Australien Richtung Norden kahm, desto chaotischer wurden die Staedte. Hier in Bangkok hatts irgendwie charm und gehoert einfach dazu, bis auf die Krawalle. Die Leute haben auch keine Angst vor dem Tod wenn sie sich auf kleinen Motorrollern in Halsbrecherichen Manoevern durch Busse schieben, scheiss drauf, wird schon gehen.
Durch die Stadt laufen ist eine schweisstreibende Angelegenheit aber durchaus interessant. Die Strassen sind gesaeumt von Staenden an denen man richtig gutes, oft auch gut gewuerztes Thai-Essen kaufen kann. Die Abgase haengen in der Luft und die Luftfeuchtigkeit reisst einen zu Boden wenn man nicht genung trinkt, denn erwaehnte ich schon das man schwitzt wie Sau? Immer prasselt etwas auf einen ein, Angebote links, Verkehrslaerm recht, die Sonne von oben, der Gestank von unten. Ueberall sind hin und wieder Strassen gesperrt, da Demonstranten in roten Shirts seid Wochen gegen die Politik im Land demonstriert, da sie der Meinung sind Ministerpraesident Abhisit regiere nur mit Unterstuetzung der Armee. Sie fordern das die Regierung sofort zuruecktritt, was diese natuerlich nicht tun will. Manchmal laufe ich mittenrein, nur Thais, keine Auslaender, werde fragend, komisch, verwundernd angeschaut, laechle und bekomme immer ein Laecheln zurueck. Die letzten Entwicklungen machen aber keinen Spass auf mehr, mindestens 90 Menschen wurden verletzt als die Armee verhinderte das die Red Shirts das Hauptuartier stuermen. Helikopter kreisen am Himmel, ich sehe Panzer in den Strassen und schwere Waffen in den Haenden der Armee. Als Farang lief ich durch beide Lager ohne Probleme, wurde nicht bedroht oder aehnliches, im Gegenteil die Leute sind freundlich, auf beiden Seiten, wie fast ueberall auf der Welt. Alle wollen ihr Glueck im Leben finden, nur die eine Seite hat halt eine Ueberzeugung und die andere Seite wird bezahlt, das wird ausreichen um zu eskalieren.
Ich fuehel mich aber nicht bedroht hier in der Stadt, mein Hotel, befindet sich naehe Khao San Road, der Platz wo sich die Farangs aus aller Welt treffen, der Inbegriff fuer das Backpackerleben. Fuer manche beginnt ihre Reise hier, fuer mich wird sie hier enden.
Anfangs stand nur ein grobes Work and Travel im Raum aber fuer mich stand von Beginn an fest das ich nicht plane, nicht zwangslaeufig das mache was von mir erwartet wird. Einfach mal Leben, in den Tag hinein, nicht an gestern oder morgen denken. Alles wurde spontan entschieden, aus dem Bauch heraus, aus dem Herzen und ich habe festgestellt das dies die besten Wege waren die ich eingeschlagen habe. Ich habe in fuenf Monaten mehr ueber mich, die Welt und die Menschen gelernt als in den letzten 25 Jahren. Es war die beste Erfahrung die ich mir vorstellen kann aber nach monatelangen Alleinreisen fuehl ich mich auch satt. Ich hab mehr Erfahrungen in der kurzen Zeit gemacht, als ich vorher fuer moeglich hielt und im Moment zieht es mich nirgendwo mehr hin.
Ich danke euch die sich geduldig durch meine Geschichten gequaelt und teilweise saftige Kommentare hinterlassen haben, ich freu mich euch wiederzusehen, bis bald!
- Tempel
- Demonstranten
- Armee
- Grand Palace
Inselhuepfen
Von Langkawi aus geht es mit dem Boot auf die Thailaendische Insel Ko Lipe. Schoener Sandstrand und klares Meer erwarten mich da und ich fahre mit den klassischen Longtail Booten umher, traditionelle Holzboote mit einer langen Nase. Ko Lipe ist noch nicht ganz so touristisch auch wenn sich das wohl in den naechsten Jahren aendern wird, die Insel hat auch keinen Bootssteg, einfach herrlich. Ich verbringe 3 Tage in einem absolut schoenem Resort und habe meinen eigenen grossen Bungalow.
Von Ko Lipe fahr ich mit dem Speedboot nach Ko Lanta. Die Insel ist wesentlich groesser und bietet eine wundervolle Landschaft. Man kann die Insel locker an einem Tag mit dem Motorroller umfahren was ich auch getan habe, am Motorroller finde ich immermehr gefallen. Die Thais sind ausserordentlich freundlich. Egal wo man ist, man wird absolut zuvorkommend behandelt und natuerlich immer mit einem Laecheln. Als ich mit dem Motorroller unterwegs war, schrien auch mal Kinder Farang hinterher, was soviel heisst wie Auslaender aber nicht immer abschaetzig gemeint ist. Trotzdem weiss ich noch nicht so ganz wie ich Land und Leute sehen soll, jeder ist nett aber geht es mehr darum das man Geld mitbringt oder ist es der Lebensstil? Auch untereinander sind die Thais eigentlich immer locker, man sieht sie nicht hektisch durch die Strassen schreiten oder das sie mal irgendwie stress haben.
Von Ko Lanta bin ich dann mit dem Boot nach Krabi Town gefahren hab mein Visum verlaengert was sonst schon am 11. April ausgelaufen wahre, so hab ich Aufenthalt bis 18. April. Eine Alternative ist einen Visa Run zu machen, dies wird von den meisten Reisbueros hier angeboten, dabei wird man z.B. ueber die Grenze von Myanmar gefahren, bekommt einen Ausreisestempel, faehrt wieder zurueck und holt sich seinen neuen Einreisestempel fuer Thailand und bekommt wieder ein paar Tage mehr Aufenthalt zugesprochen. Ist mir aber zu stressig und Geld is ja dann eh bald alle.
In Krabi hab ich noch am Inselhuepfen teilgenommen, dabei sind wir mit dem Boot auf verschiedene Inseln gefahren und man konnte schnorcheln, sich Sonnen oder was auch immer. Das geilste war auf dem Rueckweg als es anfing zu Regnen und Donnern. Um uns sind die Blitze lauthals eingeschlagen, es war uebelster Wellengang, es hat reingeregnet ins Boot wie nix und alle von oben bis unten Pitschnass. In den Augen ein paar Leute stand die Angst ins Gesicht geschrieben, es war toll!
© Rico H.
Frohe Ostern!
- Blick von Ko Lipe
- Mein Blick vom Hotel
- Mein Bungalow
- Natur auf Ko Lanta
- Blick auf Ko Lanta
- Is wohl der Koenig
- Tsunami 2004
- Felsen um die Krabi Provinz
- Bloeder Touri rechts haelt seine verdammte Hand ins Bild!
- Liebe diese Boote
- Ueberreste vom Tsuami, errinern an Macht der Natur
Von der Hoelle in den Himmel
Im Bus aus Melaka gestartet, geht es 'gen Norden. Das Ziel wird Kuala Lumpur genannt und ist durch seine zwei Beeindruckenden Zwillingstuerme, die Petronas Tower, bekannt. Schon von weitem lassen sich die durchaus maechtigen Stahlkonstruktionen erspaehen. Einem Tipp nach geht es mit dem Taxi, zur sogenannten Trekker Lodge. Ich beziehe mein Zimmer, was heisst ich schmeisse meine Tasche auf den Boden und markiere mein Bett indem ich ein Buch drauflege.
Auf mache ich mich, die Stadt zu erkunden, werde ich von einem haeftigem Regenschauer ueberrascht, Zeit zu dinnieren, den Schauer vorbeiziehen zu lassen und weiterzulaufen. Auch so bald erreiche ich das KLCC, ein weiteres welch glamouroeses, grosses, ansehnliches, fuer mich als Mitteleuropaer,- welcher gelangweillt von Ideenlosen, kleinen Mitteleuropa Einkaufszentren. Es befindet sich unter den Tuermen, beziehungsweise besetzt die ersten Stockwerke und ist wohl ausser seiner kapitalistischen, kalten Macht ausstrahlend wunderschoen. Wie weit man auch entfernt sein moege von Konsumwuenschen und Kaufzwaengen, die das trostlose Dasein ertraeglicher gestalten sollen, bei guenstigen Preisen und schoener Ware muss jeder aufpassen nicht schwach zu werden, sonst ist das Geld weg und manchmal faellt es richtig schwer.Kann man sich losreissen und nimmt einen Ausgang, erhascht man unter Umstaenden einen Blick auf schoene Parkanlagen mitten im Zentrum oder begehrte Fotospots auf die Tuerme.Nachdem ich innerhalb zweier Tage die Stadt erkunden habe, fuer mich der einzig schoene Fleck, das Einkaufszentrum und die perfekten Tower, anmutig erleuchtet bei Nacht.
Ansonsten ist die Stadt dazu Verdammt im Smog zu versinken und sich dem Sinnlosen rumgehupe, verrueckter, ignorranter Autofahrer, derer dein Leben als gemeiner Fussgaenger soviel bedeutet als ob der Fc Bayern in Deutschland mal wieder Meister wird oder nicht. Mein Hostelzimmer enttarnte sich zudem als Bed Bug Hoelle, ein vom Teufel persoenlich kreiertes Schlafgemach, voller Schaedlinge die mein Blut wohl mit Genuss saugten und zahllose rote Flecken hinterliessen. Vom rumgelaufe in den Staedten der letzten Tage bekam ich Blasen an Fuessen, eine sprang auf und als Mann, der ja in seinem Naturell sowieso dazu neigt sich bei kleinsten Verletzungen , "Weh-Wehchen" und Krankheiten lauthals zu beklagen, war das Unglueck so perfekt. Ich fuehlte mich fertig und geschunden, von der Stadt die Kanalisation heruntergespuelt. So goennte ich mir noch den perfekten Kopf- und Barthaarschnitt, beim Inder um die Ecke, welcher sich fuer fuenf Euro, ich gab ihm zehn, in seinem Perfektionismus eine anderthalb Stunde Zeit fuer mich nahm, Perfekt. Ein weiteres Talent von der Gesellschaft uebersehn.
Bedingt lauffaehig, meine Fuesse verarztet, mit roten Punkten gesegnet, packe ich meine Sachen. Mit dem Monorail geht zum Hauptbahnhof, am Air Asia Verkaufsstand: "Flug, Langkawi, sofort"! Mit dem Zug zum Flughafen und ein paar Stunden spaeter hab ich die Grossstadt eingetauscht, gegen Sonne, Strand und Meer. Ich lege meinen schlaffen Leib auf die Liege, bestelle mir meinen ersten Jacky-Cola seit Wochen und beobachte wie das Meer die Sonne auffrisst.
Am Strand liegen, in Beach Bars sitzen, mit meinem kleinen roten Flitzer die Insel erkunden, perfekt! Das Paradies beginnt hier!
© Rico H.
Hochladen der Bilder dauerte ne Stunde hab dann abgebrochen, noch schoenere Bilder auf Facebook, bzw. wird nachgereicht, bei schnellerer Verbindung, sorry und liebe Gruesse!!.
- Monorail
- Petronas Twin Tower
- Auch mal gruen
- Brunnen wechselt Farben
- Die Strassen KLs
- Schumi – Auto
- Gebaeude in KL
- Japanische Frauenzeitschriften, alle in Pink, crazy…
- Regen in Kuala Lumpur
- Mein kleiner roter Flitzer (fuer einen Tag)
Reisezeit
Die Freude ueber ein guenstiges Ticket war da. So sollte es also am Morgen von Brisbane ueber Darwin nach Singapur gehen. Leider liess man mich in Brisbane nicht einchecken ohne das ich ein Weiterreiseticket vorweisen koenne, da ich dies angeblich in Singapur zur Einreise vorzeigen muesse. Also war ich gezwungen mir das guenstigste Ticket aus Singapur, einen Rueckflug nach Darwin zu kaufen, den ich dann nicht antreten wuerde, so war ich 100 Euro mehr los. Nach endlosen 10 Stunden, der Anschlussflug in Darwin wurde auch noch verschoben so dauerte alles laenger, kahm ich endlich an. Das Rueckreiseticket wollte niemand sehen und ich passierte die Grenze ohne Probleme. Ein Hostel hatte ich noch nicht, nur grob Little India im Kopf. Durch den schoensten Flughafen der Welt, riesengross und ueberall sauber, hell und Palmen wachsen im Gebaeude, bahne ich mir meinen Weg zum Zug doch der faehrt leider nicht mehr mitten in der Nacht, also nehme ich mir ein Taxi in die City. Morgens um eins, umherstreunern in klein Indien, das erste Hostel war leider ausgebucht, das zweite zu teuer also entschied ich mich fuers dritte.
Nach ein paar Stunden schlaf, mache ich mich auf die Stadt zu erkunden. Planlos laufe ich umher, lerne die Stadt kennen, in Little India wo man wirklich das Gefuehl hat in Indien zu sein, sind viele Gebaeude heruntergekommen, Leute schlafen auf den Strassen, eine Autoersatzteilwerkstatt reiht sich an die naechste, dieser Stadtbezirk hat definitiv Charm. Viele sagen Singapur sei teuer, doch schon das Hostel kostet bei gleichem Standart die haelfte als jedes andere in Australien, ich kann mir endlich mal eine Cola oder eine Flasche Wasser in einem normalen Convenience Store fuer 50 Cents kaufen und werde nicht mit 3 $ abgezockt. Natuerlich kann man in der Stadt auch viel Geld lassen, das ist die andere, die Glamouroese Seite, Stichwort Orchard Road. Hier reihen sich Gucci, Armani, Versache, Dolche Gabbana und wie sie alle heissen moegen aneinander, wer das Geld hat kann es hier lassen. In Singapur existieren viele Welten zwischen Arm und Reich. Mein Barkeeper aus Bangladesch verdient wohl maximal so viel wie ein Hartz IV Empfaenger in Deutschland und ernaehrt davon seine ganze Familie in der Ferne mit, Kopf haengen lassen ist troztdem ein Fremdwort, wie bei so vielen Menschen die ich auf meiner Reise kennengelernt habe. Die ganzen Tage laufe ich nur umher neben Little India, gibt es auch noch ein Little China und sowas wie Little Arabia. Jedes Viertel hat seine eigenen Moscheen, Hindu, Buddha oder Chinesische Tempel. In Little China finde ich eine kleine untergebaute Fressmeile, es ist heiss, stinkt gewaltig und hunderte von Menschen am Essen. Den Sonnenuntergang geniesst man in Little India mit einem Bierchen, Indischer Musik im Hintergrund und Sauscharfem Essen. Nachts ist es am schoensten am Clarke Quay, alles ist huebsch beleuchtet und irgendwie gemuetlich aber eher was fuer Paerchen.
Nach 3 Tagen in Singapur stehe ich morgens um halb sieben auf, sattel meinen Rucksack und mach mich auf zur Bussstation. Zuerst bekomme ich kein Ticket und zwischendurch geht der Verkaeufer auch einfach mal kommentarlos aufs Klo waehrend ich fuenf Minuten bevor der letzte Bus faehrt gespannt warte ob ich denn jetzt mit darf. Schliesslich klappt alles und ich sitzte im Bus nach Malaysia. Diesmal habe ich kein Weiterreiseticket wie es empfohlen wird, denn in den Bus komme ich auch so und an der Grenze bekomm ich natuerlich auch mein Visum ohne Probleme. Nach 200 km und ungefaehr 5 Stunden fahrt bin ich in Melaka angekommen. Wieder die bewaehrte Hotelsuche in der Hitze der Sonne und ich bekomm fuer 7 Euro meine erste Unterkunft der Reise, mit Zimmer nur fuer mich.
Melaka ist ziemlich touristisch, Tagsueber werden hier die Chinesischen Touristen fuer Tagesausfluege von Kuala Lumpur angekarrt und in Little China gibt es riesige Maerkte. Melaka erschliesst sich mir mal wieder erst auf den zweiten Blick als schoene Stadt, hinter der touristischen Fassade gibt es nette, gesellige Einheimische und ruhige Flecken neben dem Getuemmel. Bei McDonalds bestelle ich mir das beste groesste Menue fuer 2,50 Euro und Abends am Flussufer sitzen ist unschlagbar. Hier trifft man nicht alle fuenf meter deutsche Backpacker und einmal will sogar eine Malaysische Familie ein Foto mit mir. Blickt man hinter die touristische Fassade der Stadt, die historisch einiges hinter sich hat, mit Besetzung der Portugiesen, Angriffe der Hollaender, sieht man viele heruntergekommenen Gebaeude und die andere Seite des Landes wo deutsches Existenzminimum ein Luxus fuer viele Menschen waehre.
© Rico H.
- Melaka
- Flughafen Singapur
- Tempel in Little India
- Little India
- mal richtig ausschlafen
- Buddha
- hasste was, bisste was
- Hunger?
- Saemtliche Kulturen in einer Stadt
- Auch hier wohnen sie
- Little India am Abend
- Ihr wollt es nicht riechen
- Tempel, Tempel, ueberall Tempel
- Der optimistische Vogel
- WTF?
- und immer alles sauber und gut anzusehen
- Wasserspiel im Einkaufszentrum
- Bei Clarke Quay
- Wie man mit richtiger Beleuchtung Dinge schoener macht
- Wuensch mir ne bessere Kamera fuer Nachtaufnahmen
- Ufo?
- Melaka Kirche
- Sie lieben ihre Motorroller!
- Fototermin
- Blick ueber Melaka
- morgendliches Training
Der letzte Tag
3 Wochen hab ich mich nun in Brisbane aufgehalten. Waehrend dieser Zeit hab ich ein paar Gelegenheitsjobs angenommen. Einmal hab ich auf einem riesigem Technokonzert, 12 Stunden im Regen und Schlamm Toiletten geputzt, das war ziemlich lustig und ich hab 260 $ verdient. Ein anderes mal hab ich einen Russen dabei geholfen seine Galerie einzurichten und habe bewiesen das ich sogar ein paar Loecher in eine Wand bohren und Leisten daran befestigen kann. Einem reichen Typen hab ich geholfen eine schwere Steinplatte auf seiner Terrasse zu platzieren und den Abend mit ein paar Bier und der Aussicht von dem Haus auf dem Berg ueber die Stadt genossen. Alles in allem ziemlich interessant, doch nicht das was ich moechte. 4 Monate war ich nun in Australien und am meisten hat mir das Reisen gegeben. Das Gefuehl wenn man an einen neuen Ort kommt und die vielen schoenen Sachen zu entdecken, die interessanten,offenen, Menschen, die Einzigartigen Ereignisse und Gefuehle die unbeschreibbar sind. Sicherlich koennt ich jetzt hier in Australien arbeiten, koennte Geld verdienen und wenn ich ganz hart und lange arbeiten wuerde, genuegsam lebe, koennte ich mir auch ein wenig zum weiterreisen sparen. Aber so moechte ich nicht leben, so werde ich wieder leben muessen wenn ich daheim bin und das reicht aus. Ich moechte weiter Reisen, Spass haben, entdecken und nicht stehen bleiben, dafuer ist diese Welt zu schoen und komplex. Morgen geht mein Flug nach Singapur.
Byron Bay
"Rico!" schallte es aus dem vorbeirasendem schwarzem Van, meine Kontaktlinsen hatte ich nach einer langen Busfahrt nicht eingesetzt und war ich doch erst ein paar wenige Stunden hier in Byron Bay, koenne ich mich nicht entsinnen schon jemanden zu kennen.
Ja die Busfahrt, bewusst hatte ich mich fuer die Uebernachtfahrt von Sydney entschieden, erhoffte ich wohl den Abenteuerfaktor ein bisschen zu steigern. Aber leider ist nichts aufregendes passiert, keine naechtliche Panne, keine Aborigines mit schweren Maschinengewehren die uns stoppen und ausrauben und keine Frau die sich an meiner Schulder ins Schlummerland wiegt. Stattdessen ein Stop an einem Rastplatz, wo ich mir einen Cheeseburger bestelle der aussieht als waere eben der sieben Tonner an Zapfsaeule zwei druebergefahren. Die sonstigen zwoelf Stunden verbringe ich abwechselnd damit in die schwarze Nacht zu starren, waehrend mich die Musik aus meinem Ipod in den Schlaf singt.
Aber zurueck auf die Jonson Street, Byron Bay. Da ich alles was mehr als fuenf Meter weg ist nur grob wahrnehmen kann, warte ich einfach mal und in der Ferne ueberlegt es sich wohl auch der grosse dunkle Transporter umzudrehen. Er naehert sich und nun kann ich auch erkennen wer es ist, Felix. Ist das dritte mal das wir uns in diesem Land, das immerhin 21-mal groesser als Deutschland ist, ueber den Weg laufen. Eigentlich wollen wir zu Subways was Essen aber die haben gerade kein Brot mehr?! und so beschliessen wir uns abends im Cheeky Monkeys zu treffen, auch nicht schlecht, da ist naemlich Wet - T - Shirt Kontest. Backpackermaedels lassen sich in der Hoffnung auf einen 300 $ Gewinn das weisse Shirt nass machen, sind sie besonders extrovertiert ziehen sie es ganz aus.
Sowieso der ganze Ort besteht aus mehr oder weniger Backpackern, er ist beruehmt fuer seine langen, zum Surfen bestens geeigneten Straende, an denen direkt ein Regenwald grenzt.
Ein kleiner Pfad fuehrt durch den Wald, den auch ich entlang trabe. Nach nem Kilometer bin ich in Gedanken irgendwo zwischen " haett ich mir doch 'n Wasser mitgenommen" und "isses noch weit?" als ich mich wieder auf den Weg konzentriere und aufeinmal ein riesen Salamander oder irgendwas vor mir steht, he ich bin kein Zooologe. Als ich ihm sage "Okay, wir machen 'nen Deal, ich tu dir nix und du tust mir nix" hoer ich auch schon hinter mir wie sich 'ne Frau nur schwer das Lachen verkneifen kann. Na wenigstens sterb ich nicht allein hier draussen. Das Ungetuem (ich meine das Tier) quaelt sich gelangweillt vom Weg und weiter gehts zu einem beknackten Leuchtturm der den oestlichsten Punkt Australiens markiert.
Mit "Have a nice life, make kids and have some fun" verabschiede ich meinen -brasilianischen Byron Bay Kumpel- Alex und weiter gehts.
- Der Oestlichste Punkt
- Alex
- Eigentlich suess aufm Foto
Sydney
Zwoelf uhr, der Tag war lang doch die Nacht beginnt erst. Ich sitze mit Dan im Straeflingshostel in Melbourne. Aus dem Fernseher werden wir mit US - Talkshows penetriert, Frauen schlagen sich aufgrund irgendwelcher Redneck Hinterwaeldler die Koepfe ein. Wegen uns haben sich noch keine Frauen gepruegelt, ob wir was falsch machen? Unterdessen sind schon ein paar Wein und Bier durchgelaufen und ich fuehl mich gar nicht gut. Husten und Schnupfen breiten sich aus, ich wechsle zu Wasser, doch es wird nicht wirklich besser. Um drei verabschiede ich mich von Dan, der schlussendlich doch noch einen Job gefunden hat, die naechsten Wochen wird er damit verbringen einem aelteren Mann bei der Renovierung von Haus und Garten zu helfen. Zum Abschied schenke ich ihm meine Strickjacke aus Dresden, er tat mir einfach so leid als er am Vortag, stundenlang, vergebens, nach einer billigen Jacke suchte und ich hatte eh zwei.
Hustend und schniefend schleppte ich mich und meinen Rucksack, warum hab ich eigentlich keinen Trolli mitgenommen?, zur Busstation. Der Bus faehrt mich zum Flughafen, von dem aus morgens um sechs mein Flieger steigt. Fuer unglaubliche 49 $ sitze ich in einem "ultra - komfortablen" Fluggeraet, erhasche eine Muetze Schlaf und wach in Sydney wieder auf. Spaeter im Hostel ist natuerlich noch keine Check In Time, also penne ich auf irgendeinem Sofa, bevor es zum weiterschlafen ins Zimmer darf. Nachts geht es mir dann wieder unglaublich viel besser, die Nase laeuft nichtmehr, dafuer wollen die Fuese. Eine phenomenale, Olympiagold-verdaechtige Distanz lege ich von meinem Hostel, bei der Central Station, bis zur Harbour Bridge zurueck. Von hier aus blicke ich zum ersten mal, live und unverfaelscht auf das Opera House. Ein schoener Anblick bei Nacht und ein gutes Gefuehl, ist es doch eines der Symbole was man mit Australien verbindet. Auch bis dahin tragen mich meine Beine noch, dann der Weg zurueck, weiter schlafen.
Wenn mal nicht gerade wieder Sintflutartige Regenschauer die Stadt heimsuchen verbringe ich weitere Tage damit sie zu erkunden oder bei Bondi Beach rumzuliegen. Sydney ist ganz anders als Melbourne, alles wirkt ein bisschen Amerikanisch, mit den ganzen vielen grossen Gebaeuden und den breiten Strassen. Aber richtig schoen, mit den Straenden oder wenn abends alles beleuchtet ist, wie die Oper oder Darling Harbour, und immer was los, nicht schlecht.
Samstag, vier Australier, suesse achtzehn Jahre allesamt, angereist aus dem zwei Stunden entfernten Newcastle um endlich mal die Clubs in Sydney kennenzulernen, dass kann ich mir natuerlich nicht entgehen lassen, mit meinen neuen tollen Schuhen komm ich ja jetzt ueberall rein, oberflaechliche Welt. Eine feine Nacht, das zweite mal fliege ich aus einem Club in Australien aber man muss den jungen Leuten ja auch mal was bieten. Fuer die naechsten Tage lasse ich es dann wieder ruhiger angehen, nur eine kleine Flasche Bundaberg, wie von Frank empfohlen, der Fernseher und Ich, muss auch mal wieder sein!
- Det geht ja mal gar ned
- Opera House
- Suess
- Darling Harbour
- Opera House II
- Blick von Harbour Bridge
- City
- Bondi Beach
Melbourne
Melbourne, hektisch, aktive, turbulente Stadt. Hier ist jeder busy aber irgendwie ist es nett. Der erste Spieltag der Australian Open, das erste Spiel, meine Favoritin Maria Sharapova verliert nach drei Saetzen und dreieinhalb Stunden gegen die unbekanntere, auch Russin, Maria Kirilenko. Weiter Spiele folgen unter anderem mit Kim Clijsters und dem spaeteren Vize - Meister Andy Murray. Den ganzen Tag sitze ich in der Rod Laver Arena, das ist fast so anstrengend wie selber zu spielen.
Darauf folgen Tage des Kopfzerbrechens, des Zweifelns, was mache ich mit meinem geliebten Auto? Die Registrierung laeuft aus, ich bin mit Paula dahingekommen wo ich wollte. Soll ich die Registrierung fuer teures Geld verlaengern oder verkaufen? Denken, denken, zuviel denken, tagsueber Frustshopping, abends hilft nur noch billiger vier Liter, zehn Dollar Wein, dem sogenannten Goon. Warscheinlich ein Wasser - Chemie - gemisch, welches hier oft von Backpackern aufgrund seines guenstigen Preises getrunken wird. Der Geschmack ist mehr als fragwuerdig und er bereitet dir interessante Traeume und ein krasses Hang-over. Ihn leere ich oefter mit Dan und Bekanntschaften, unter anderem auf dem Dach des Hostels, indem ich einige Zeit verbringe, von hier aus hat man einen wundervollen Blick auf die beleuchtete Skyline. Schlussendlich setze ich Paula ins Internet, verkaufe am naechsten Tag an einen Franzosen, sein Kaufberater - ein Ossi, Mechaniker, aus Halle bekommt heimlich 50 $ von mir um ihm zum Wagen gut zuzureden, meine Oma sagt immer man muss sehen wie man mit dem Arsch an die Wand kommt -und schlussendlich haben wir alle ein nicht zu schlechtes Geschaeft gemacht. Zwiespalt ueber Freude des wiedergewonnenen Geldes und der Trauer ueber den Verlust einer liebgewonnenen Begleiterin. Doch schlussendlich fuer mich die richtige Entscheidung.
Dann gabs hier noch den Australia - Day, den ich mit drei Deutschen, am Flussufer des Yarra River verbringe. Wiedermal gibt es ein Feuerwerk, darauf fahren die Aussis total ab, Livemusik und jede Menge Nationalstolz.
An einem Tag treffe ich mich dann noch mit Kana die ich in Albany kennengelernt hatte, sie ist auf der Durchreise nach Tasmanien. Sie ist sechs Stunden in Melbourne und hat schon mehr gesehen als ich in einer Woche und sie macht dauernd Fotos, einfach unglaublich wieviele Fotos die Japaner machen, ich glaube sie haben einen extra Koffer nur fuer Speicherkarten!
Einige Zeit verbring ich noch mit Dan, der irgendwie noch 40 $ in der Tasche hat aber noch 3 Monate in Australien bleiben, dann noch nach Neuseeland und Suedamerika moechte. Vor zwei Wochen habe ich seinen Pessimismus noch bemaengelt, nun ist er die verkoerperte Zuversicht. Vielleicht liegt es daran das er dieses Hostel, voller dubioser Straeflinge, die komische Sachen konsumieren, verlassen hat, das koennte einen wirklich deprimieren. Eigentlich wollt ich im schoeneren, sogar billigeren (sic) Hostel mit Blick auf die Skyline bleiben aber da es ausgebucht war bin ich wieder zurueck ins "Elizabeth- Hostel", warscheinlich dem Vorort zur Hoelle. Statt Blick auf die Skyline gibt es einen beeindruckenden Blick auf den Innenhof voller Muell und Vogelkot. Aber die dubiosen Leute sind ganz okay und ungefaehrlich solange man sie nicht provoziert, einmal bekommen wir sogar das uebriggebliebene vom BBQ, ein Festessen fuer Dan und mich.
Im angeblich groessten Casino der suedlichen Hemisphere (Crown - Casino) setze ich dann noch beim Roulette zwanzig Dollar auf die neun, es kommt die 25. Okay nicht so schlimm, bis mich Dan darauf hinweist das dies mein Alter waere, verdammt waere auch zu einfach gewesen darauf zu setzen!
© Rico H.
- Innenstadt
- Maria
- Blick vom guten Hostel
- Dan beim Gourmetessen
- Royal Exhibition Building
- Royal Exhibition Building II
- St. Pauls Kathedrale
- Heidelberg is not so far
- Nice
- Casino
- Sonnenuntergang
- Dan and Me
- Impressionen aus dem Hostelzimmer
- Williamstown
- Achja meine Yacht *lol*
- Skyline vom Fluss gesehen
- Windig, mal sagen…
- Kaffeeflecken aufm Shirt, embarrassing!
Fox
Weiter geht es von Adelaide Richtung Sueden nach Victor Harbor. Da moechte ich eigentlich Zwergpinguine beobachten, sehe auch ein paar aber die grosse Scharr soll erst gegen abend kommen. Solange moechte ich nicht im Touristenverseuchten Ort verbringen. Es ist total krank, um auf die Insel zu gelangen muss man circa 500 meter ueber eine Bruecke laufen, da gibt es sogar einen Wagon, der von einem Pferd angezogen die Faule Masse fuer zehn Dollar rueberzieht, damit sie nicht laufen muessen. Vielleicht ist es ja auch romantisch aber ich moechte heute nicht romantisch sein. Ich lauf einmal um die Insel rum und mach mich weiter auf den Weg.
Nach ein paar Kilometer komme ich bei einem Campingplatz bei Rapid Bay an, ich parke Paula dirket am Strand und erkunde erstmal die Umgebung, bevor ich es mir gemuetlich mache. Der warscheinlich einzige Deutsche da parkt natuerlich genau neben mir aber er ist cool, Sven, Kuenstler, mitte 40 aus Deutschland, verbringt jedes Jahr 7 Monate in Australien, groesstenteils in seinem Auto und 5 Monate in Deutschland. Er ist mir sogar wert das ich meine Jacky Flasche mit ihm teile. Mit ihm hab ich interessante Gespraeche und meine Stimmung kehrt wieder zurueck. Den naechsten Tag bleibe ich am Campingplatz, geniesse Sonne und Strand, beweg mich kaum aus meinem Stuhl, den ich (zum Sonnenschutz) unter dem geoeffnetem Kofferraumdeckel platziert habe. Ab und an koche ich mal was auf meinem Gaskocher und dem kleinem Tischlein, huepf mal ins Wasser, mach einen Mittagsschlaf, immerwieder mal Sonnencreme auftragen und gespannt das Meer beobachten. Tja eigentlich braucht man nicht viel zum leben. Frueh ging die Sonne am Huegel zu meiner rechten auf und nun verschwindet sie wieder links auf der anderen Seite im traumhaften Farbenspiel am Himmel aus Tuerkis, Blau, Orange und Gelb.
Der naechste Sonnenaufgang, ich setze meinen Weg Richtung Robinvale fort, da moechte ich auf einer Farm arbeiten. Nach ungefaehr 450 km fahrt werde ich langsam muede und beschliesse spontan, die Nacht auf einem naechsten Campingplatz, eigentlich mitten im Nirgendwo zu verbringen. Und das sollte sich noch als pures Glueck herausstellen. Auf dem Platz angekommen, weisst mich ein Aussi drauf hin das irgendwas unter meinem Auto tropft. Verdammt. Ich oeffne die Motorhaube und Kuehlwasser sprudelt froehlich heraus, irgendwas ist irgendwo geplatzt. Naja „No Worries“-keine Sorgen, sagt man hier so schoen in Australien, ich habe aufjedenfall erstmal Hunger und koche mir Nudeln. Als ich einsam dasass, mit meinen Nudeln, dem kaputten Auto, stellte sich mir auch schon Fox vor, er war nicht weit von mir mit seinem Wohnmobil. Er stellte mir seine riesige Famile vor und auch prompt war ich zum Biscuit – Ride, auf dem See, hier im Busch, im Nirgendwo eingeladen. Eine willkommene Abkuehlung bei 43 Grad. Man liegt auf einer Art riesigem Keks, an einem Seil am Motorboot befaestigt, welches dann Vollgas gibt. Ich werde noch gefragt ob ich Versichert bin (was mir wohl hier draussen herzlich wenig bringen wuerde) und ob ich Schwimmen kann und schon gehts los. Man wird durch Luft und Wellen geschleudert, Megageil.
Spaeter trinke ich noch ein paar Bier mit Fox, erzaehle ihm auch von meinem Auto Dilemma und da ist auch schon die Loesung, den Fox bastellt gerne und kennt sich super mit Autos aus. Mit der Familie und anderen singen und boxen wir dann noch ein bisschen an Nintendo und haben Riesenspass. Innerhalb von Stunden wurde ich hier als total fremder aufgenommen als sei ich ein Teil der Familie, so krass hab ich es noch nie in meinem Leben erlebt.
Am naechsten Morgen, ziemlich verkatert im Zelt, steht Fox schon davor, voller Tatendrang mein Auto zu zerlegen. Er baut den Behaelter aus wo das Kuehlwasser drin ist, der ist da gebrochen wo der Schlauchansatz ist, ich brauche einen neuen und ohne das ich fragen muss sitzen wir auch schon in seinem Auto um in die naechste Stadt zu fahren, eben mal 70 Kilometer. Ich schon wieder im Glueck, finden wir auf dem Schrottplatz einen guten gebrauchten fuer fast Lau. Als wir bei Hungry Jacks einkehren, zahlt er auch noch, nun fuehle ich mich richtig schlecht und muss drauf bestehen wenigstens ein paar Bier fuer uns zu besorgen. Zurueck am See geht es erstmal Motorboot fahren, Buscuit und Waterboard fahren, Fox baut mir das Ding ein, Probefahrt, laeuft und abends gibt es noch ein riesen BBQ. Hier im Busch hat mich eine Herzlichkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft erwartet, die ich nie erwartet haette und nie vergessen moechte.
Das Gegenteil erwartete mich in Robinvale zur Farmarbeit. Um es wirklich kurz zu machen: 45 Grad Hitze, Fliegen, Olivenbaeume mit schwerem Geraet abschneiden, fuer was wir auch noch zahlen sollten, was uns vorher nicht gesagt wurde, so quasi einen Tag umsonst arbeiten, morgens um halb vier aufstehen, fuer nichtmal 7 Euro die Stunde, nur bis Mittags arbeiten duerfen, da es dann zu heiss wird und die Arbeit abgebrochen wird und zwischendurch darf man nicht mal was trinken und dauernd kommt ein bloeder Typ und meint „faster, faster“- schneller, schneller, wer mich kennt der weiss, das geht gar nicht. Vorallem Nachmittags kann man nix aber auch gar nix machen, es ist zu heiss, katastrofale Buschfeuerwarnungen fuer unser Gebiet (normal ist Extrem das hoechste, diesmal noch hoeher) und da gibt es auch nichts was man machen koennte, weil da nix ist. Dan, den ich einen Abend vorher schon kennengelernt habe und Tom, zwei Englaender, denken wie ich. Der Plan ist am naechsten morgen zu fluechten und das Werkzeug mitgehen zu lassen, wir ja auch nicht bezahlt wurden aber Chefin hat schon Wind bekommen und droht mit Einwanderungsbehoerde (ja klar – hallo Schwarzarbeit, erzaehl das mal der Behoerde) aber okay wir regeln alles im Guten und Verschwinden.
Nur noch weg, dem Buschfeuer entfliehen, der Hitze, der Langeweille am Nachmittag, Flucht wie aus dem Knast. Auf dem Weg Richtung Sueden aendert sich das Wetter schlagartig und ich sehe meinen ersten richtigen Regen in Australien und auch eine Art Tornado war nicht weit von uns ( Tom hat noch die Bilder, muss er mir noch schicken). Der Trip geht ueber drei Tage, sehr lustig, wir freuen uns ueber unsere spontane Flucht, auch wenn wir das Geld alle haetten gut gebrauchen koennen aber wir waren uns einig, lieber Verarmt als Sklave. Zum Schluss unseres Trips fuhren wir die Great Ocean Road entlang, schauen uns die zwoelf Apostel an. Hunderte von Touris und Touribussen, wir machen unsere Scherze, wie sie wohl meinen moegen sie haben Australien gesehen.
© Rico H.
Nun bin ich in Melbourne, Plan B, keine Farmarbeit, kein Geld aber Australian Open anschauen!
- Rapid Bay
- Rapid Bay 2
- Victoria Harbour
- Paula vor Rapid Bay
- Und ab dafuer
- Festhalten
- Da kommt die Welle
- Und ins Wasser
- Freuen das ich noch lebe
- Paula am See
- Big
- Lasst mich das mal machen
- BBQ
- Fox mein Retter
- Tom und Dan im “Knast” bei Robinvale
- Fire
- Tom
- Sonnenuntergang oder Buschfeuer?
- Campingnight
- Weitere Apostel
- Zwoelf Apostel
- Muss immer dabei sein
- Federer und Nadal
- Williams und ne andere
- Qualifikationsspiele
- In der Absteige in Melbourne
- Blick auf Melbourne City
- Skyline
- Skyline 2
- Campingtimes
Happy New Year
Frisch in Adelaide angekommen, begiesse ich meinen Bauch erstmal mit heiss gekochtem Wasser, bei dem Versuch die Tuer zum Zimmer mit einer Tasse Tee, fuer den krank im Bett liegenden Felix, zu oeffnen. Die Rote Stelle am Bauch sehe ich immernoch leicht und sie erinnert mich daran, dass ich schon viel zu lange in der Stadt bin.
Vor Weihnachten ziehen wiedermal die Konsumhungrigen durch die Strassen, die Stimmung ist kalt und unpersoenlich. Das Erstemal seit langen, das ich Weihnachten nicht gestresst bin, plane nichts und lass alles auf mich zukommen. Als Weihnachtsmahl gibt es fuer Oystein, Jason und mich (Weisser)- Haifischpizza, du arme Tierwelt, du froehlicher Magen! Oystein hab ich am Weihnachtsabend noch kennengelernt, er ist im Wasserskisport bekannt und hat sein eigenes Modelabel. Es wird eine besinnliche Weihnachstnacht in diversen Clubs. Die naechsten Tage werden typisch fuer solche die man zu lang am selben Ort verbringt, schoen aber gefaehrlich eintoenig und eine gewisse Routine macht sich breit. Wenn man ueberlegt was man unternehmen soll oder was man abends kochen koennte, wenn die Gedanken um unwichtige Dinge kreisen sollte man eigentlich weiterziehen. Doch Sylvester moechte ich auch nicht irgendwo in der Abgeschiedenheit verbringen. So gestalte ich die Tage unter anderem damit mir ein Cricketspiel anzuschauen, (okay ein bisschen uebertrieben, eine Stunde halte ich durch dann wird es zu langweilig und verstehen werd/will ich es auch nie) mich im Park zu sonnen, um nicht zu sagen rumzugammeln, Paula zu waschen und diversen anderen, unnennenswerten Taetigkeiten.
Sylvester verbringen Andre, Steffi, Christina, eine Liter Flasche Bacardi und Ich am Strand. Der richtige Ort um Feuerwerk zu begaffen, wildfremde Menschen zu umarmen und ein "Happy New Year" zu wuenschen und den Sekt spritzen zu lassen. Viel zu kurze Zeit nachdem ich Christina kennengelernt habe muss ich sie leider schon wieder am Bahnhof verabschieden, da sie zurueck zu ihrer Au-Pair Familie muss, "ja das ist Australien", ja Fuck das ist Australien. Ja und fuer mich? Fuer mich heisst es weiterziehen.
© Rico H.
- Brunnen vor Cricket Stadion
- Brunnen am Victoria Square
- Weihnachtsbaum
- @ Xmas wie ausgestorben
- Im Park liegen
- Park
- Park 2
- Ruhe
- Lust auf ne Runde Tennis?











































































































































































